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Hit Tipp | Chima
"Keine Liebe": Chima über seinen neuen Song im NEW YORKER Interview
Mit seinem Erfolgshit "Morgen" und dem Debütalbum "Stille" stürmte Chima bereits 2012 die Charts. "Morgen" wurde auf YouTube mehr als 5 Millionen mal angeklickt. Der Frankfurter Sänger und Songwriter wächst als Kind nigerianischer Eltern im Frankfurt der 70er Jahre auf. Er lernt Moses Pelham kennen, durch den er zur dortigen Rap-Szene findet, war auch Teil der legendären Formation Brothers Keepers. Aber Soul und Pop liegen ihm mehr. Parallel beginnt er nach seinem Abitur ein Soziologie-Studium, was er allerdings zugunsten der Musik abbricht.
Chimas neue Single "Keine Liebe" handelt vom Wunsch nach Freiheit, Mut, Kontrollverlust und Vertrauen in die eigene Stärke – und ist der Startschuss in eine neue persönliche und musikalische Ära.
 
Lieber Chima, in Deinem aktuellen Song "Keine Liebe" heisst es: "Papa, hat gesagt: 'Junge, fall‘ nicht auf und sei brav!’". Wie viel Deiner eigenen Geschichte steckt darin?
Der Song ist klar autobiografisch motiviert. Ich erzähle meine Wirklichkeit. Das Zitat gibt u.a. Dinge wieder, die mein Vater mir in meinen Kindestagen auf den Weg mitgegeben hat. Wahrscheinlich sind das Anweisungen, die viele Migrantenkinder sich von ihren ambitionierten, aber von der deutschen Kultur unverstandenen Eltern, anhören mussten. Ich bin auf jeden geprägt von solchen Gedanken und fand es deshalb wichtig, sowas auch in meine Musik einfließen zu lassen.
 
Wie hast Du zur Musik gefunden und welche Musik hast Du gehört, als Du jünger warst?
Ich fand zur eigenen Musikkarriere über Rapmusik aus den USA. Dieses Musikgenre war in den 80ern krass revolutionierend für die Jugendkultur und zog auch mich in den Bann. Die Möglichkeit, nur mit einem Mikrofon und einem Plattenspieler meine Perspektive auf die Welt hörbar zu machen, empfand ich als junger Pubertierender unwiderstehlich.
Vor Rap war ich großer Fan von Michael Jackson, Frankie goes to Hollywood, Depeche Mode und Tears for Fears
 
Wann hast Du gemerkt, dass Dir Musik mehr liegt als eine klassische Karriere mit Schule, Studium und Job?
Ich glaub, liegen tut mir sowohl das Akademische als auch Musik. Auf der Uni hab ich allerdings gemerkt, dass beides nebeneinander eine Kompetenz in Selbstorganisation voraussetzt. Ich hätte gerne beides gleichzeitig gemacht, aber ich war tendenziell auch immer sehr zerstreut – und ab einem gewissen Punkt hab ich meine Kräfte nur noch in Musik bündeln wollen. Heute bereue ich das.
 
Live-Auftritte waren wegen der Corona-Pandemie lange nicht möglich und werden wohl noch eine Zeit lang ungewiss sein. Hast Du einen Plan B neben der Musik?
Nein. Ich werde weiter Musik machen. Ich glaube ich habe was, was Deutschland braucht und muss mir deswegen keine Gedanken machen das mein Geschäftsfeld wegfällt. 
 
In einem aktuellen Instagram-Post schreibst Du: "Ich hab eh den Hang dazu zu viel nachzudenken. Aber wie auch nicht, bei allem was so gerade los ist in der Welt?"3. Wie sehen Deine aktuellen Gedanken aus?
Ich mache mir Gedanken zum Umgang der Menschen mit der Welt, mit ihren Mitmenschen und überhaupt zum Sinn des Lebens. 
Gerade eben beschäftigt mich vor allem die Situation von schwarzen Menschen in den USA, Europa und in Afrika und wie man diese nachhaltig verbessern kann.
 
Hast Du einen Lieblingsplatz, an dem Dir die Texte und Melodien einfallen?
Beim Duschen kommen mir immer ganz gute Ideen. Ich bilde mir einen Zusammenhang zwischen dem angenehmen Prasseln des Wassers auf meinen Körper, der damit einhergehenden Ablenkung und dem deshalb gesteigerten Draufblick beim Singen und Texten, ein.
 
Was hat Dich zuletzt beeindruckt?
Wie ein dementes Familienmitglied nach Wochen die Melodie meiner aktuellen Single "Keine Liebe" erinnern konnte.
 
Über welches Thema würdest Du gerne einen Song machen?
Vielleicht über die energetischen Vorgänge beim Sex mit einer Person, für die man Liebe empfindet. Ich wüsste nicht, was ich nicht schon beschrieben habe.